Wie du vielleicht schon auf meiner To-Want-Liste gelesen hast, habe ich mir über die Jahre angewöhnt, ab Ende November, spätestens ab Dezember, eine ganze Reihe Weihnachtsfilme zu schauen. Meistens sind das nicht gerade die Filme mit dem größten Budget oder dem besten Drehbuch, aber ehrlich gesagt geht’s mir dabei gar nicht um Qualität.
Dass sich mittlerweile schon einiges angesammelt hat, kannst du dir denken. Und weil ich Filme ungern zweimal schaue – so wie ich Bücher auch selten zweimal lese – freue ich mich jedes Jahr aufs Neue, wenn in den Streamingdiensten frischer Weihnachts-Content auftaucht.
Warum ich mir das „antue“
Klar, ich könnte meine Zeit auch sinnvoller nutzen, als mir zum x-ten Mal anzusehen, wie die x-te Frau sich in den x-ten Mann verliebt, nach dem immer gleichen Schema. Aber das ganze Jahr über bin ich damit beschäftigt, sinnvolle Dinge zu tun, mich weiterzuentwickeln und irgendwie dauernd für andere da zu sein.
Die Vorweihnachtszeit aber? Die gehört mir und meiner Familie.
Stell dir das so vor: Ab dem Tag im Oktober, an dem die Uhren umgestellt werden, steige ich aus dem Rennwagen aus und setze mich in ein gemütliches, effizientes Auto. Spätestens im Dezember wechsle ich dann endgültig in die Pferdekutsche.
Die Weltverbessererliteratur wandert ins Regal, und stattdessen kommen heiße Schokolade, Plätzchen und gaaaanz viel Me-Time.
Warum Filmeschauen für mich Me-Time ist
Wenn du auf Instagram nach „Me-Time“ suchst, siehst du überall dampfende Teetassen, Yoga-Posen und ausführliche Journaling-Sessions. Und das ist auch alles schön und gut.
Aber ganz ehrlich: Viele dieser Dinge sind für mich (noch) keine Routine, sondern Sachen, zu denen ich mich eher zwinge, obwohl sie sinnvoll sind.
Und manchmal brauche ich eben dieses „alle Viere gerade sein lassen“ ohne Anspruch, ohne Selbstoptimierung, ohne irgendwas. Einfach mal nichts tun und mich berieseln lassen. Das tut mir unfassbar gut und steigert meine Weihnachtsstimmung sagenhaft.
Und ja: „Meine“ Weihnachtsfilme schaue ich tatsächlich alleine. Ohne Familie, ohne Freunde. Für mich ist das pure Entspannung.
Das FilmFormat
Die Filme funktionieren eigentlich immer gleich. Wirklich immer:
Vorstellung: Das ist die Hauptfigur und ihr Leben
Meet-Cute: Das Paar stolpert zufällig ineinander
Aneinander gebunden: Irgendein Schicksalsschlag sorgt dafür, dass sie extrem viel Zeit miteinander verbringen müssen
Eklat: Ein Missverständnis führt zum Drama
Trennung
Wiedergutmachung
Happy Ever After
Ende
Damit kennst du jetzt den Plot von 99 Prozent aller Weihnachtsfilme. Bitte nagel mich nicht darauf fest, aber du weißt genau, was ich meine. Es geht nicht um Überraschungen. Es geht um Gefühle, um Gewohnheiten, Entspannung und um ganz viel heiße Schokolade.
Ich liebe Routinen, besonders, wenn sie ruhig sind und gut tun.
Meine Weihnachts-WatchList 2025
Die Liste wird wachsen, je näher wir Weihnachten kommen. Speichere dir den Artikel also gern ab und schreib in die Kommentare, was du dieses Jahr so geschaut hast.
Note: mein Netflix ist auf Englisch eingestellt. Was ich früher tacky fand, mag ich heute tatsächlich auch lieber: Filme in Originalsprache mit Untertitel. Ich schau mal, ob ich Muse habe die deutschen Titel rauszusuchen.
Hier ist meine bisherige Liste:
1/10 – Champagne Problems (2025)
Der Film hat mich wirklich positiv überrascht. Die Hauptdarstellerin war kaum bis gar nicht gebotoxt, was ich persönlich erfrischend finde. Die Handlung war – wie oben – bekannt, aber das Thema, das man daraufgelegt hat, hat erstaunlich gut funktioniert.
Ich fand die Drehorte wunderschön, aber ich falle halt auch sofort um, sobald irgendwo alte Gebäude oder Buchläden auftauchen.
Was mir besonders hängen geblieben ist: Die Originalstimme der Hauptdarstellerin. Irgendwie samtig. Der männliche Hauptdarsteller war so ein bodenständiger, verträumter Buchtyp – auch sehr angenehm.
Der witzige Side-Character war okay, Bulle, das kleine Hündchen, natürlich süß.
Wen man komplett hätte weglassen können: Otto. Wenn ich ein bisschen mehr Nationalstolz hätte, könnte ich mich darüber aufregen, wie schlecht er uns Deutsche aussehen lässt. Habe ich aber nicht. Ich habe eher eine generationenübergreifend vererbte Schuld im Gepäck.
Insgesamt: Nicht zu Unrecht gerade auf Platz 1 der Netflix-Top-10. (25.11.2025)
Lieblingslied aus dem Film: Fun While it Lasted – Ashe
Lieblingssatz: Tu me manques – Du fehlst mir.
2/10 – Christmas under the northern lights (2024)
Das lässt sich recht kurz halten.
Schriftstellerin fehlt Inspiration, ihr Vater will in seinen Heimatort zurück und überredet seine Tochter mitzukommen, damit sie dort Inspiration findet.
Das tut sie und außerdem auch einen attraktiven Tourguide mit traumhaften Werten.
Die Produktion ist recht simpel.
Es fühlte sich nicht an, als wäre viel passiert im Film bis er vorbei war und dann natürlich mit Happy End.
Sie haben sich gefunden. Und ihr Vater hat auch jemanden gefunden Und obendrauf gab es noch tolle Nordlichter zu sehen.
Die Schauspieler hat man in den Vorjahren in anderen Filmen gesehen. Die passiert immer ein paar Jahre nacheinander , dass man gefühlt nur die gleichen Schauspieler in unterschiedlichen Rollen und Zusammensetzungen sieht.
Kann man gucken… es gibt aber besseres.
Kein Lied stach hier raus und auch kein Satz.
3/10 – All I need for Christmas (2024)
Diesmal ging es um eine „gescheiterte“ Musikerin, die keine Gigs buchen kann und deshalb zurück in ihre Heimat fährt.
Dort trifft sie den äußerst erfolgreichen, gut aussehenden Musik-App Produzenten.
Er landet in ihren verschlafenen Nest, weil er dort sein einziges schönes Weihnachtsfest mit seiner Familie verbracht hat.
Ich hab mir das Hirn zermartert, woher ich den Hauptdarsteller kenne, denn er sieht ein bisschen aus, wie der Winter Soldier (Marvel Comics). Nach ner kurzen Google Session war es klar: Er hatte eine strange Rolle in North of North.
Der Schausteller der den Vater spielt sieht nicht annähernd alt genug aus, um der Vater, der Hauptdarstellerin zu sein bzw. sieht sie nicht jung genug aus.
Der Film gipfelte in einem Live-Auftritt, der Song war so meh.
Die Story war einfach. Also genau wie sie sein sollte. Die kleinen Schweine waren süß. Watchable.
4/10 – My Secret Santa (2025)
Ich war etwas überrascht hier zwei Hauptdarsteller vorzufinden, die gar nicht so unbekannt sind. Ihn kannte ich aus Serien wie „The Balcklist“ und „New Amsterdam“, die ist die Hauptdarstellerin aus „Virgin River“ eine Serie, die ich und meine Schwiegermama gerne geschaut haben. Aber wie immer wurde es mir im Laufe der Staffeln etwas zu langatmig.
Aber zurück zu dem Film. Produktionskosten auch eher gering, war die Story, wenn auch dem Gesamtkonzept, wie oben beschrieben durchaus treu, etwas kreativer.
Aber auch hier, ist sie die gescheiterte Musikerin, denn nach dem sie unerwartet schwanger wurde, hat sie die Karriere für ihr Kind an den Nagel gehangen und sich mit mehreren Jobs über Wasser gehalten.
Kurz vor Weihnachten verliert sie diesen und lässt sich nun als Santa Clause in einem Hotel anstellen.
Dabei hatte ich Mrs. Doubtfire Flaschbacks – nur das Robin Williams natürlich ne andere Kategorie an Schauspieler war.
Der männliche Gegenpart ist der Hotelerbe; eine verwöhntes, missverstandenes Trust Fund Baby. Natürlich sind all Dinge in den Zeitungen nur gelogen und er ist in echt total anders.
Was ich tatsächlich schön fand, war die Message sich mehr Zeit für seine Kinder zu nehmen und sie tatsächlich zu „sehen“ und zu „hören“ und nicht nur anzunehmen, was gut für sie wäre.
Es waren ein paar schöne Schmunzler dabei und das rockige Weihnachtslied am Ende hat zwar niemanden aus den Latschen gehauen, war aber trotzdem nett anzuhören.
5/10 – A merry little Ex Mas (2025)
Der erste Film meiner Liste, der etwas vom Skript abweicht, den unsere Hauptcharaktere trennen sich zu Beginn des Films nach etwa 20 Jahren Ehe.
Damit trifft der Film ein für sozial spannendes Thema, den unverhältnismäßig viele Beziehungen enden, nachdem die Kinder ausgezogen sind, weil sich Eltern in der Zwischenzeit auseinander gelebt haben – so auch hier.
Und auch hier sind Schauspieler keine Unbekannten. Clueless Darstellerin Alicia Silverstone spielt an der Seite von Kate Hudson’s Bruder Oliver Hudson und Sabrina Darstellerin Melissa Joan Hart, spielt die verrückte beste Freundin und hat den Film produziert. Die britische Schauspielerin Jameela Jamil und Pierson Fide (The Wrong Paris 2025) spielen die neuen jüngeren Partner/Dates und damit ist der Cast Hase nicht mal so unbekannt.
Die Story dreht sich um die Mutter, die für ihren Mann ins „Kaff“ gezogen ist und ihre „Karriere“ an den Nagel gehangen hat, um die Kinder großzuziehen und ihm den Rücken freizuhalten, während sie sich auch eine Art Karriere als Top-Handwerkerin aufgebaut hat, das aber nicht als Karriere wahrnimmt.
Von einem schwulen Opa-Pärchen, über einen Harry Potter enactment besessenen Schwiegersohn in Spe Wasser alles dabei.
Hätte richtig gut werden können. Hätte aber auch extrem in die Hose gehen können.
Wer mit wem am Ende endet, dürft ihr gerne selber herausfinden.
Von den schrecklichen Weihnachtsfilmen, einer der besseren und dieses Jahr bisher nach Champagne Problems meine Nr. 2.
Next up
Happiest Season (2020)
Last Christmas (2019)
A Cinderella Christmas Ball (2024)
Operation Mistletoe (2024)
Renovation Romance (2024)
6 Antworten
Liebe Sina,
dass die Filme immer nach dem gleichen Schema ablaufen, finde ich auch wirklich beruhigend. Manchmal braucht man keine Überraschungen, sondern einfach etwas, auf das man sich verlassen kann. Übrigens ein Grund, warum ich Filme gerne auch öfter schaue, am liebsten „The Holiday“, der geht immer und da guckt auch mein Mann mit. Den habe ich damals im Kino tatsächlich auch OmU (mit meiner Schwester in der Sneak Preview) gesehen, fällt mir gerade ein … aber sonst läuft hier alles auf Deutsch. Wenn schon seicht, dann muss ich mein Gehirn nicht auch noch mit Sprache malträtieren 😉
Liebe Grüße
Caro
Liebe Caro,
The Holiday ist tatsächlich ein toller Klassiker!
Bei mir hat alles angefangen mit „Schlaflos in Seattle“ und „Während du schliefst“ 🤭
Und dann aber mit meiner Mama zusammen.
Ich freu mich schon irgendwann mit meinen Mädels solche Filme zu schauen, wenn sie alt genug sind.
Spannend, dass dein Mann da mitschaut. Ab und zu bekomme ich meinen auch mal dazu 😊
Tatsächlich gewöhnt man sich an den Sprachteil, aber bei uns ist es ja auch mehr Alltag als in den meisten Familien.
Was läuft sonst so bei dir?
Liebe Grüße Sina
„Während du schliefst“ kenne ich gar nicht, glaube ich… Muss ich mal prüfen.
Bei uns läuft abends gerne YouTube: Essen und Reisen zum Beispiel. Ab und zu werden es dann aber doch Filme und Serien. Wir haben vor kurzem die erste Staffel „Outlander“ angefangen und gestern die 2024er-Verfilmung von „Der Graf von Monte Cristo“ zu Ende geschaut. Wenn ich abends alleine bin, mache ich den Fernseher selten an.
Darauf, romantische Komödien mit dem Töchterchen zu schauen, freue ich mich auch schon. Aktuell ist ihr aber eher nach Action…
Tatsächlich freue ich mich auch schon darauf die Marvel Filme mit den Mädels zu schauen, aber die sind einfach noch n bisschen heftig aktuell 😅
„Während du schliefst“ ist mit Sandra Bullock und Bill Pullmann (den man irgendwie nicht wirklich kennt🙈)
Ich hab tatsächlich nur selten aktuell was und genieße sonst die Stille. Manchmal ist mir sogar Musik zu viel.
Outlander hatte ich 2019 mal angefangen und bin dann irgendwann ausgestiegen, als das Baby zu alt war und nicht mehr nur rumlag🤭
Den neuen Grafen hab ich noch nicht geschaut. Lohnt er sich?